Wegekreuze


Herr, dreieiniger Gott

Wir bitten in dieser
friedlosen Zeit um den Frieden!

Für die Welt und ihre Völker.
Für die Länder und ihre Menschen.
Für uns selbst und unsere Herzen.

Dazu segne uns Gott der Allmächtige,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen

 

 

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Kommentare an
hcglux @ outlook.com

Liebe Leserinnen, liebe Leser, aus dem Islam wird uns ein wunderschönes Gleichnis überliefert:

 Die Gläubigen kamen in Scharen, um die Worte des Propheten Mohammed zu hören. Ein Mann hörte besonders aufmerksam und andächtig zu, betete mit gläubiger Inbrunst und verabschiedete sich schliesslich vom Propheten, als es Abend wurde. Kaum war er draussen, kam er wieder zurückgerannt und schrie mit sich überschlagender Stimme:
»Oh, Herr! Heute morgen ritt ich auf meinem Kamel zu dir, um dich, den Propheten Allahs, zu hören. Jetzt ist das Kamel nicht mehr da. Weit und breit ist kein Kamel zu sehen. Ich war dir gehorsam, achtete auf jedes Wort deiner Rede und vertraute auf Allahs Allmacht. Jetzt, oh, Herr, ist mein Kamel fort. Ist das die göttliche Gerechtigkeit? Ist das die Belohnung meines Glaubens? Ist das der Dank für meine Gebete?«

Mohammed hörte sich diese verzweifelten Worte an und antwortete mit einem gütigen Lächeln:
»Glaube an Allah und binde dein Kamel fest.«

(aus: Der Kaufmann und der Papagei von Nossrat Peseschkin)

 

camel

 

Glaube an Allah, aber bitte, binde zuerst dein Kamel fest!

 Welch eine Aussage des Propheten! Sie weckt Zweifel, obwohl daran nichts Zweifelhaftes ist. Sie weckt Ängste, obwohl diese Worte lediglich darauf hinweisen, dass alles sicher sein wird, wenn wir selbst wach bleiben und damit etwas für diese Sicherheit tun.
Das ist kein Schlagwort der damaligen Zeit. Das ist heute noch genau so gültig, und zwar im Islam genau wie im Christentum!

Vertraue Gott, aber binde erst dein Kamel an, damit es dir nicht verlorengeht! Für mich bedeutet das unter anderem, dass man Gott zu jeder Zeit vertrauen kann, dennoch nicht alles, was man selbst tun kann, ihm dann träge zu überlassen!

 Diese kleine Geschichte zeigt uns doch, dass der Glaube uns nicht entbindet vor dem Tun dessen, was uns der gesunde Menschenverstand sagt. An Gott glauben heisst doch nicht einfach, leichtsinnig durchs Leben zu wandern. Es heisst doch nicht, am Schluss Gott für die Folgen unserer Leichtsinnigkeit verantwortlich zu machen.
Gott lässt sich nicht instrumentalisieren. Die Geschichte ermutigt uns, beides zusammen zu bringen: das Vertrauen auf Gottes Hilfe und unser eigenes Dazutun.

Mit Gott im Rücken vermögen wir uns den Herausforderungen des Alltags zu stellen.

 »Glaube an Gott, aber binde dein Kamel fest!«