Denglish über alles?

Früher dachte ich oft, ich müsste mehrere Fremdsprachen lernen. Das wäre doch toll, man kommt sich selbst so gelehrt vor. Gelehrsamkeit ist doch auch etwas Anstrebenswertes. Alle meine Kinder und Enkel können mehrere Fremdsprachen. Nur ich nicht. Also dachte ich, ich müsste lernen, lernen und nochmals lernen.
Aber über »Io sono d´alla Germania« und »il conto, per favore« bin ich in Verona nicht hinausgekommen.

        Wenn ich dann in Paris alles mit »très bien« beantworte und mir das Bitten mit »S'il vous plaît« auch leicht gemacht wird, hört bei mir die Fremdsprache schon auf.
Muss ich mehr können? Ich spreche doch deutsch! Ja - zugegeben, das ist gar nicht so einfach. Heute, wo bei uns jeder ›Denglish‹ spricht, kommt man sich ganz komisch vor, wenn man ›Deutsch‹ redet.
 Aber ich spreche nun mal deutsch. Und vielleicht auch besser als mancher Deutsche. Es gibt ja leider Deutsche, die von Ausländern, die Deutsche werden wollen, eine Sprachprüfung verlangen, bei der sie selber unweigerlich durchfallen würden. So können sie durchaus froh sein, dass sie in Deutschland geboren sind(!) und damit ihr Recht Deutscher zu sein so erworben haben!

       Wir sollten es den Engländern abgucken: Die machen es nämlich genau anders! Fremdsprachen lernen ist für die meisten unter ihnen völlig unter ihrer Würde. Schließlich sind sie ja eine Großmacht mit ihrem früheren riesigen Commonwealth-Verband. Ihre Sprache ist ja die beherrschende Sprache auf der Welt.

        Alle sind Untergebene in ihren Augen, die nur ihrer Königin zu dienen haben. Ich kenne einige Partnerschaften mit Engländern, wo sich kaum einer von ihnen bemüht, die Sprache ihrer Partner wenigstens etwas zu sprechen. Ihre "Partner" haben gefälligst Englisch zu lernen, wenn sie mit ihnen Kontakte pflegen wollen.

       Deshalb spreche ich deutsch. Ja, ja, ich weiß, manchmal kommt man ohne die übernommenen Wörter aus anderen Sprachen einfach nicht aus. Weil man dann halt nicht verstanden wird. Wenn mein Friseur plötzlich »Haircutter« heisst, und mich fragt jemand nach solch einem - dann kann ich ihm keine Antwort geben, auch wenn ich direkt davor stehe!

        Sprachen verändern sich ständig, schon seit Hunderten von Jahren ist das so. Kaum ein Engländer beispielsweise versteht heute noch das »English«, das einst Shakespeare sprach oder schrieb.
Oder anders herum: Wenn ich in meiner Kindheit zu meiner Mutter gesagt hätte: »Pah, du siehst ja geil aus!« Was glaubst du, wäre da wohl passiert?
 Alles ist im Fluss. Nicht immer zum Vorteil der Sprache. Aber das muss es auch nicht. Trotzdem sehe ich es als vorteilhaft an, wenn ich nicht die Sprache der jugendlichen Mitmenschen von heute ausnahmslos übernehme.
      Die deutsche Sprache wird schon seit Langem von einer Unzahl unnötiger und unschöner englischer Ausdrücke überflutet. Die Werbung bietet Coffee to go oder Joghurt mit weekend feeling. Im Fernsehen gibt es History, Adventure oder History Specials.
Wir schmieren uns Anti-ageing-Creme und After-shave ins Gesicht oder sprühen styling ins Haar. Bei der Bahn gibt es nur noch tickets, und den service point - und so geht es weiter durch all unsere Interessen
Manche Leute finden das cool.        

       Andere - die Mehrheit der Menschen in Deutschland - ärgern sich über die überflüssigen englischen Brocken und sehen darin eine verächtliche Behandlung der deutschen Sprache. Es ist in der Tat albern - und würdelos! -, Wörter wie "Leibwächter", "Karte", "Fahrrad", "Nachrichten" oder "Weihnachten" durch bodyguard, card, bike, news oder X-mas zu ersetzen.
Kinder heißen doch bei uns noch Kinder und es sind keine »Kiddys«!
 Aber es würde den Rahmen dieses Themas sprengen, hier noch mehr dazu zu schreiben. Ich jedenfalls werde mich mit dem Denglish niemals anfreunden. Mir reicht das einfache Deutsch meiner Tage. Damit habe ich mich noch immer verständigen können. Wem das nicht reicht, der darf gern denglisieren ...

 

Sorgen um die Entsorgung!

Entsorgung ist heute ein allumfassendes Thema. Wir entsorgen heute fast alles. Kunststoffe, Papier, Glas, Essensreste, alte Autoreifen, Metall- und Alteisenschrott, Elektronikteile jeder Art.
 Noch niemals in der Geschichte der Menschheit wurde so vieles einfach fortgeworfen, entweder in dazu bereitgestellte Abfallbehältnisse oder auch sehr oft einfach mitten hinein in die Landschaft, die Wälder, die Wiesen. Und niemand macht sich ein Bild davon, was mit diesem Abfall geschieht, der unrechtmäßig und verbotenerweise einfach irgendwo abgeladen wird und dann nicht nur die Landschaft verschandelt, sondern oftmals auch mit hochgiftigen Rückständen noch die nachkommenden Generationen beeinflusst.

        An den Küsten der Weltmeere und sogar mitten in den Ozeanen sammeln sich die Plastikabfälle zu riesigen Inseln. Fische und viele andere Lebewesen sind von diesen Überresten der Zivilisation aufs Tödlichste bedroht.
Was aber kann man denn tun? Entsorgung ist enorm wichtig, wenn wir nicht im Abfall ersticken wollen. Solange wir es noch schaffen, den von uns selbst produzierten Müll irgendwie wieder dem Kreislauf des natürlichen Lebens zuzuführen, ist das Problem sicher zu bannen.

          Was aber, wenn nicht? Was geschieht, wenn wir tatsächlich im eigenen Abfall ersticken? In den letzten Jahren haben uns die Müllprobleme diverser Großstädte gezeigt, wohin das führen kann. Wochen-und monatelang lagen die Müllberge z.B. in Neapel auf den Straßen, türmten sich zu riesen Bergen, und niemand war in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Politik und Wirtschaft waren sich nicht einig, wer dafür zuständig war und damit blieb dieses Problem hausgemacht.

          Irgendwann kam es dann doch noch zu einer Lösung, die jedoch niemanden zufriedenstellte. Und so schiebt man die Lösung dieser Aufgaben immer weiter vor sich her, ohne zu einem Resultat zu gelangen. Nicht überall auf der Welt wird der entstehende Müll nach Wertstoffen getrennt um dann jeweils der Wiederverwertung zugeführt zu werden. Und nebenbei gesagt: Nicht alles lässt sich auch wiederaufbereiten, dafür gibt es dann bei uns in Deutschland und vielen anderen Ländern die Müllverbrennungsanlagen.

       Auf den außereuropäischen Kontinenten jedoch sind diese Anlagen noch Mangelware! Eine neue Studie des amerikanischen National Center of Atmospheric Research (NCAR) hat zum ersten Mal versucht, Schätzungen für einzelne Länder hinsichtlich deren wahren Gasausstoß durch Müllverbrennung zu erheben. Danach werden rund 40 Prozent des globalen Mülls in offenem Feuer verbrannt.

           Hierbei werden dann große Mengen an giftigen Gasen und gesundheitsschädlichen Schmutzpartikeln in die Luft abgeben. Diese Schadstoffe tauchen in keiner offiziellen Statistik auf, obwohl sie dem Klima und der Gesundheit enormen Schaden zufügen. In Entwicklungsländern, in denen es nur ein schlecht ausgebautes Müllsammeln - und Verwertungssystem gibt, brennen die meisten dieser gefährlichen Feuer.
Da mit dem Konsum auch die Müllberge überall auf der Welt ansteigen, ist anzunehmen, dass ebenso die Zahl der privaten Müllverbrennungen in Dörfern, aber auch in Slums und Großstädten zunehmen wird. Eine besondere Gefahr geht von dem Rauch aus, der bei der Vernichtung von Plastik und Elektrogeräten entsteht. Von diesen besonderen Russpartikeln ist ein erhöhter Anteil für diverse Krankheiten verantwortlich, die in zunehmendem Maße zum globalen Problem werden.

          Ich stelle damit abschließend fest, dass dieses Wort »Entsorgung« völlig fehlinterpretiert ist. Wenn mein Müll abgeholt wird, (also entsorgt), bleibt die Sorge weiter akut, lokal und global. Aber der Verursacher eines Schadens ist auch für die Beseitigung zuständig. Das sollte inzwischen jedem Schulkind geläufig sein, wenn es seinen Kaugummi achtlos auf der Straße »entsorgt«.  Die Wirtschaftsunternehmen machen den Umsatz und verdienen an allen Verkäufen. Weniger Verpackung und die Übernahme der Beseitigung muss Standard werden. Wer Waren erzeugt, ist auch für die Beseitigung der Abfallprodukte zuständig, selbst wenn dadurch die Gewinnspanne der Unternehmen um einen Bruchteil gesenkt wird!

Abfallbeseitigung ist ein Thema, das uns alle angeht. Wir haben keine zweite Erde in Reserve, die wir austauschen könnten!

 

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Wunder

Wunder geschehen plötzlich. Sie lassen sich nicht herbeiwünschen, sondern kommen ungerufen, meist in den unwahrscheinlichsten Augenblicken und widerfahren denen, die am wenigsten damit gerechnet haben.

  (Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799)